Warum eigentlich ?
Der Grund für die ganzen Testberichte war vor allem mein neuer Verstärker. Letztes Jahr ist mir während einer Probe die Endstufe meiner Zusatzbox abgeraucht. Ich spielte über einen Fender Deluxe 112 an den ich eine aktive Vintage-Box hing. Diese bestand aus einem weiteren 70 Watt Endstufe mit einem 12″-Lautsprecher. Eben jene Endstufe hat bei einer Probe leider das Zeitliche gesegnet. Das ist kein schönes Gefühl, wenn es plötzlich widerlich nach Verschmortem riecht und aus deinem Verstärker dichter Rauch aufsteigt.
Die Endstufe brachte ich zu einem kleinen Händler hier am Ort, damit man sich nach Ersatzteilen erkundigte und sie repariert würde. Das wurde sie monatelang nicht und irgendwann holte ich sie wieder ab. Eine Endstufe hat sie jetzt nicht mehr und ist vorerst nur passiv zu gebrauchen. Aber lassen wir das.
Daher benutzte ich seit dem meinen Fender Roc Pro 700, der bei mir zu Hause stand im Proberaum als Hauptverstärker und ging von dem aus noch in die Endstufe des Deluxe 112. Anders herum funktionierte das nicht allzu gut. Eigentlich ein prima Aufbau, allerdings mit dem Nachteil, daß ich zu Hause keinen Verstärker mehr hatte. Auf Dauer war das also auch kein Zustand. So festigte sich in mir der Gedanke, einen ganz neuen Verstärker für Proben und Auftritte anzuschaffen. Probiert hatte ich eine Fender Kombo FM212R, die ich aber in keiner Weise empfehlen kann. Der Cleansound ist nicht toll, irgendwie blechern und kalt, da war ich besseres gewohnt. Der Zerrkanal ist unter aller Kanone und völlig zu vergessen, wie das bei den meisten Transistorverstärkern halt so ist. Zusätzliches Manko ist, daß der Hall nicht via Fußschalter bedient werden kann. Insgesamt enttäuschend.
Zur Auswahl standen sonst noch ein Fender Roc Pro 1000 und ein Fender The Twin. Beide werden allerdings nicht mehr gebaut und sind auf dem Gebrauchtmarkt kaum noch zu bekommen. Beides waren Exoten im Programm von Fender. Ersterer wäre die etwas größere Version des Verstärkers, den ich eh schon habe, allerdings mit einem Kanal mehr (der verzerrte Kanal dieses Verstärkers kann tatsächlich was !) und der Möglichkeit. die abgerauchte Vintage-Box noch passiv mitzubetreiben. Den Roc Pro 700 hätte ich dann verkauft und den Deluxe 112 nach Hause gestellt.
Mit dem The Twin verbinde ich Erinnerungen an den sagenhaften Auftritt im Hundertmeister. Über diesen Verstärker spielte ich dort. Ein feines Gerät, der Evil Twin. Allerdings auch nicht mehr zu bekommen. Nur ganz selten in einschlägigen Auktionshäusern im Internet. Entscheidet beim Twin ist allerdings, daß er ein Vollröhrenverstärker ist, wovon ich bisher die Finger gelassen hatte. Das wäre also ein absolutes Novum. Allerdings hörte ich von befreundeten Gitarristen, daß sie gar nicht verstehen könnten, warum ich nicht längst auf Röhre umgestiegen sei.
Keiner der beiden wurde es. Ich weiß gar nicht mehr wie und in welcher Form ich auf die Firma Diezel aufmerksam wurde, eine kleine Edelverstärkerschmiede irgendwo in Bayern. Das erste Mal vielleicht in dem kleinen Heft über die Ausrüstung bekannter Gitarristen in einem Zeitschriftenladen. Dann las ich in dem Musikerforum, in dem ich seit Anfang des Jahres unterwegs bin, viel darüber. Nur Gutes. Dann fing ich halt an, darüber nachzudenken, wie es wohl wäre, wenn ich einen Diezel hätte.
Als ich dann bei besagtem Internetauktionshaus den Diezel, der mir zusagte “günstig” fand, schlug ich dann einfach zu. So wurde es der VH4, der ältere Verstärker von Diezel, der übrigens auch von Adam Jones, James Hetfield und Matthew Bellamy benutzt wird. Der Herbert hat zwar den gelungeneren Namen, aber der ist halt mehr der Übermetallverstärker. Referenzen bei Korn und Slipknot, aber auch den Smashing Pumpkins und die Killerpilze wurden auch schon damit gesehen.
Den Verstärker brachten meine Eltern auf dem Rückweg aus dem Urlaub mit, nachdem sie sich auf dem Parkplatz einer großen Discountkette mit dem Verkäufer getroffen hatte. Abenteuerliche Geschichte.
Da der VH4 nicht mehr aber immerhin schon ein ganze Menge Topteil ist, ist damit alleine erst mal gar nichts anzufangen, sondern zieht noch eine ganze Reihe Nachfolgekosten mit sich. Zunächst einmal eine Lautsprecherbox. Der Vorteil von Komboverstärkern ist, daß sie von Hause aus schon einen eingebauten Hall haben. Bei Fender ist der dazu noch außerordentlich gut. Topteile mit Hallspirale gibt es kaum und wenn klingen sie nicht gut. Ein Halleffekt muß also her. Dazu ist der Diezel nur via Midi steuerbar, dementsprechend muß auch ein Midipedal her, um zwischen den Kanälen wechseln zu können.
So fing die ganze Einkauforgie dieses Jahr an.
Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit !
Bis dann dann
Markus